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Psychosoziale Prozessbegleitung


Pilotprojekt Psychosoziale Prozessbegleitung 2015-2016 in den Landgerichtsbezirken Ellwangen, Karlsruhe und Stuttgart. Neben der Zeugenbegleitung gibt es die Psychosoziale Prozessbegleitung – eine besonders intensive Form der Unterstützung im Strafverfahren. Die Psychosoziale Prozessbegleitung richtet sich an Betroffene schwerer Gewalt- und Sexualdelikte, insbesondere an Kinder und Jugendliche.



Strukturen für Psychosoziale Prozessbegleitung aufbauen - Stand Anfang 2016
Das Jahr 2015 wurde zum bisher wichtigsten Meilenstein in der Entwicklung der Zeugen- und Prozessbegleitung seit den 1980er Jahren. Durch das Ende Dezember 2015 verabschiedete 3. Opferrechtsreformgesetz wird erstmalig ein Rechtsanspruch auf Psychosoziale Prozessbegleitung (PPB) für besonders schutzbedürftige Opferzeugen gesetzlich festgeschrieben, der ab 2017 gelten wird.

Das Justizministerium Baden-Württemberg sammelt von März 2015 bis Ende 2016 zusammen mit der PräventSozial gemeinnützigen GmbH Erfahrungen mit der Umsetzung der Psychosozialen Prozessbegleitung.

Während im Landgerichtsbezirk Stuttgart aufgrund der 15-jährigen Erfahrung im Rahmen der Zeugenbegleitung auf eine funktionierende Vernetzung mit Justiz und psychosozialen Fachstellen aufgebaut werden kann, geht es in den anderen zwei Pilotbezirken zunächst darum, neue Strukturen zu schaffen. Die justizinternen Büros in den Gebäuden des Amtsgerichts Karlsruhe und des Landgerichts Ellwangen wurden bezogen, Flyer und weitere Informationsmaterialien für Fachkollegen und Zeugen erstellt sowie eine zentrale Erfassung und aussagekräftige Statistik entwickelt. Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte, aber auch psychosoziale Fachstellen erhielten Informationen über das Angebot der Psychosozialen Prozessbegleitung. Hierbei erwies sich die Gelegenheit für Nachfragen und kritische Anmerkungen als sehr wichtig. Ein weiterer Baustein des Pilotprojektes ist die Einrichtung und Publizierung der zentralen Telefonnummer 0711/58533950. Diese gilt für alle drei Landgerichtsbezirke des Pilotprojektes.



Exemplarische Fallbeispiele:

1.
Sexueller Missbrauch von Kindern im Internet (Chat) mit kurzfristiger Betreuung. Die von überregional anreisende Zeugin war im Vorfeld bereits bei einer psychosozialen Prozessbegleiterin an ihrem Wohnort beraten worden, die - ergänzend zum Gericht - an die PPB vor Ort weitervermittelte. Die ersten Kontakte mussten zwangsläufig telefonisch angebahnt werden, bis dann am Spätnachmittag vor der Hauptverhandlung das persönliche Kennenlernen und eine Saalbesichtigung mit dem Gericht stattfinden konnte. Auch die Informationen zum Urteil und die Nachbesprechung erfolgten telefonisch. In der kurzen, aber geballten Betreuungszeit mit insgesamt ca. zehn Stunden gelang es trotzdem, die junge Zeugin ausreichend zu stabilisieren und auf Abläufe im Verfahren gut vorzubereiten.

2.
Angehörige der Opfer von Tötungsdelikten, die zuvor schon von einer Traumaambulanz, Therapeuten oder Anwälten Hilfe bekommen hatten, wurden vor allem in der Hauptverhandlung unterstützt und gestärkt. Insbesondere ging es um die Abschirmung von anderen Verfahrensbeteiligten und der Öffentlichkeit. Trotz stark verkürzter Vorbereitungszeit gelang ein schneller vertrauensvoller Kontaktaufbau. Die fachliche Begleitung durch die PPB bei der Bewältigung reduzierte sich hauptsächlich auf die Stunde vor der eigenen Vernehmung und die Stabilisierung in Pausen. Trotzdem erlebten die Angehörigen - eigenen Rückmeldungen zufolge - die besonderen Fachkenntnisse und das Erfahrungswissen der Prozessbegleitperson vor Gericht als sehr hilfreich und fühlten sich in ihrem Schmerz und ihrer Trauer gesehen.



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Psychosoziale Prozessbegleitung
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